Wand streichen

Untergrund prüfen und Wand vorbereiten

Ein haltbarer Anstrich beginnt mit einer Wand, die sauber, tragfähig und gleichmäßig saugend ist. Prüfen Sie den Untergrund bei Tageslicht und an mehreren Stellen, denn Reparaturen oder alte Farbschichten können sich unterschiedlich verhalten. Führen Sie die Tests auf einer trockenen Fläche durch und erledigen Sie nötige Reinigungs- und Spachtelarbeiten, bevor Sie grundieren. Zum Schluss schützen Sie Boden und angrenzende Flächen, damit beim Streichen keine Spritzer oder Farbränder entstehen.

Wischprobe, Kratzprobe und Saugfähigkeit testen

Fahren Sie mit einer sauberen, leicht angefeuchteten Hand über die trockene Wand. Bleibt ein weißlicher, kreidiger oder farbiger Belag an der Hand zurück, löst sich die Altbeschichtung oder ihre Oberfläche ab. Das kann etwa bei Leimfarbe vorkommen. Solche Rückstände dürfen nicht überstrichen werden: Waschen Sie die betroffenen Stellen mit Wasser und einem Schwamm ab, bis der Abrieb deutlich nachlässt, und lassen Sie die Wand anschließend vollständig trocknen.

Prüfen Sie die Haftung zusätzlich an einer unauffälligen Stelle mit einer Münze. Kratzen Sie mit der Kante leicht über den Anstrich, ohne tief in den Putz zu schneiden. Löst sich die Farbe in Schuppen oder lässt sich eine zusammenhängende Schicht abheben, ist der Altanstrich nicht tragfähig. Lose Farbe muss entfernt werden; eine neue Farbschicht würde sonst mitsamt der alten Beschichtung abblättern. Bleibt die Oberfläche fest und entsteht nur eine feine Kratzspur, hält der Anstrich an dieser Stelle besser.

Für die Saugfähigkeit geben Sie einige Tropfen Wasser auf den Putz. Bleibt das Wasser zunächst auf der Oberfläche stehen, nimmt der Untergrund wenig Feuchtigkeit auf. Zieht der Tropfen dagegen schnell ein und dunkelt die Stelle sichtbar nach, ist der Putz stark saugend. Das ist häufig bei neuem oder frisch gespachteltem Putz der Fall und kann dazu führen, dass Wandfarbe ungleichmäßig trocknet.

Stark saugende Flächen benötigen eine Grundierung mit Tiefengrund, der die Saugfähigkeit ausgleicht und den Untergrund verfestigt. Verwenden Sie ihn nach Herstellerangabe und lassen Sie ihn vollständig trocknen, bevor die weitere Arbeit beginnt. Tiefengrund ist eine Grundierung und keine Farbe: Er bildet keinen deckenden Anstrich und ersetzt die Wandfarbe nicht. Wisch-, Kratz- und Wassertest zusammen zeigen, ob die Wand erst gereinigt, von losen Schichten befreit oder grundiert werden muss.

Löcher, Risse und alte Farbe behandeln

Entfernen Sie zuerst lose Altfarbe und waschen Sie ablösbare Rückstände, etwa Leimfarbe, mit Wasser ab. Arbeiten Sie erst weiter, wenn die Wand trocken ist. Kleine Löcher von Dübeln und feine Risse füllen Sie mit geeigneter Spachtelmasse; drücken Sie das Material so ein, dass keine Hohlräume bleiben, und ziehen Sie die Oberfläche glatt. Bei Rissen sollten lose Kanten zuvor entfernt werden, damit die Spachtelmasse auf einem festen Untergrund haftet.

Halten Sie sich bei der Trocknungszeit an die Verpackungsangabe, denn sie hängt unter anderem von Schichtdicke und Raumklima ab. Schleifen Sie die ausgehärteten Stellen anschließend glatt und entfernen Sie den Schleifstaub, bevor Sie grundieren oder streichen. Prüfen Sie danach, ob einzelne Bereiche stark saugen: Frischer Spachtel und offenporiger Putz nehmen Feuchtigkeit oft stärker auf als der übrige Untergrund. Tragen Sie dort Tiefengrund nach Herstellerangabe auf und lassen Sie ihn trocknen. Er verfestigt beziehungsweise reguliert den Untergrund, ist aber keine deckende Farbe und kann den späteren Anstrich nicht ersetzen.

Abdecken und Abkleben

Decken Sie den Boden mit Malervlies oder einer ausreichend breiten Abdeckfolie ab und befestigen Sie den Schutz so, dass keine offenen Kanten hochstehen. Angrenzende Bauteile wie Türrahmen, Sockelleisten, Fensterbänke und Schalter schützen Sie ebenfalls vor Farbspritzern. Schalten Sie bei Schaltern die Stromversorgung aus, bevor Sie Abdeckungen lösen oder abkleben.

Verwenden Sie Malerkrepp für Malerarbeiten und setzen Sie es auf eine saubere, trockene Fläche. Richten Sie das Band an der Kante aus und drücken Sie es über die gesamte Länge fest an, besonders an Ecken und Übergängen; so kann Farbe weniger leicht darunterlaufen. Ziehen Sie das Kreppband ab, solange die Farbe noch leicht feucht ist, und arbeiten Sie langsam in einem flachen Winkel. Eine sorgfältig geschützte Fläche und fest angedrückte Bandkanten ersparen meist zeitaufwendiges Entfernen von Farbspritzern.

Werkzeug und Material im Überblick

Mit passenden Werkzeugen lässt sich Wandfarbe gleichmäßig verteilen und die Arbeit besser kontrollieren. Entscheidend sind eine Farbrolle mit zur Wandstruktur passender Florhöhe und ein Pinsel für schwer erreichbare Kanten. Farbwanne oder Eimer mit Abstreifgitter helfen, überschüssige Farbe von der Rolle zu nehmen. Malerkrepp und Abdeckvlies schützen angrenzende Flächen und den Boden vor Farbspritzern.

Rolle, Pinsel und Abstreifgitter

Stellen Sie für die Wandflächen, Kanten und das gleichmäßige Aufnehmen der Farbe die folgenden Werkzeuge bereit:

  • Farbrolle: Sie verteilt Wandfarbe auf größeren Flächen zügig. Die Breite sollte zur Fläche passen; eine schmalere Rolle lässt sich an engen Stellen besser führen.
  • Kurzflorrolle: Ein Flor von etwa 6 bis 12 mm eignet sich meist für glatten Putz. Die kürzeren Fasern nehmen weniger Farbe auf und folgen der ebenen Oberfläche.
  • Rolle mit mittlerem bis langem Flor: Etwa 12 bis 24 mm Florhöhe passen meist zu Raufaser oder strukturiertem Putz, weil die Fasern besser in Vertiefungen reichen.
  • Winkelpinsel oder Flachpinsel: Mit dem Pinsel erreichen Sie Kanten und schmale Bereiche, an denen die Rolle nicht sauber entlanggeführt werden kann. Wählen Sie eine handliche Breite.
  • Farbwanne oder Eimer mit Abstreifgitter: Die Wanne eignet sich für kleinere Mengen; ein Eimer fasst mehr Farbe. Das Gitter streift Überschuss von der Rolle ab.
  • Teleskopstange: Sie verlängert den Griff der Rolle und erleichtert das Arbeiten an größeren Wandflächen, ohne dass Sie die Rolle ständig neu ansetzen müssen.

Prüfen Sie die Florhöhe anhand der Wandstruktur und wählen Sie für glatte Wände eine kürzere, für ausgeprägte Strukturen eine längere Faser. So passt das Werkzeug zur Oberfläche.

Abdeckmaterial und Zubehör

Malerkrepp ist für Malerarbeiten vorgesehen und schützt Kanten, die nicht gestrichen werden sollen. Drücken Sie es entlang der betreffenden Leiste oder des Rahmens an, damit es dort flach anliegt und die Kante abdeckt. Für den Boden eignet sich Abdeckvlies: Es liegt stabiler als dünne Folie und verrutscht bei der Arbeit weniger leicht. Das ist besonders praktisch, wenn Sie sich mit Rolle und Farbeimer im Raum bewegen.

Dünne Folie ist leichter und genügt zum Abdecken von Möbeln oder Gegenständen, die nicht betreten werden. Auf dem Fußboden bietet sie weniger Halt und kann sich beim Gehen verschieben. Für einen gestrichenen Raum ist Abdeckvlies am Boden die stabilere Wahl; Folie eignet sich eher für unbewegliche Einrichtungsstücke.

Wandfarbe auswählen: Dispersion, Silikat, Kalk im Vergleich

Welche Wandfarbe passt, hängt vor allem vom vorhandenen Untergrund und der späteren Beanspruchung ab. Für viele Innenräume ist Dispersionsfarbe eine praktische Standardwahl; Silikat- und Kalkfarben sind dagegen an mineralische Oberflächen gebunden. Auch die Angaben nach DIN EN 13300 helfen beim Vergleich: Sie beschreiben unter anderem Nassabrieb und Deckvermögen. Prüfen Sie daher neben dem Farbton, ob Bindemittel und Kennwerte zum Raum und zur Wand passen.

Dispersionsfarbe

Dispersionsfarbe ist wasserbasiert und enthält ein synthetisches Bindemittel, meist auf Basis von Kunstharzen. Beim Trocknen verdunstet das Wasser; das Bindemittel hält die Pigmente und Füllstoffe als zusammenhängenden Anstrich auf der Wand. Die Farbe ist in vielen Farbtönen und Qualitäten erhältlich und lässt sich auf zahlreichen üblichen Innenwand-Untergründen einsetzen. Deshalb ist sie für Wohnräume meist die gängige Wahl.

Entscheidend ist, ob der konkrete Untergrund für das Produkt geeignet ist: Häufig kommen tragfähiger Putz, Beton, Gipskarton und bereits beschichtete Innenwände infrage. Bei einem vorhandenen Anstrich zählen dessen Zustand und Farbtyp; eine neue Dispersionsfarbe haftet nicht automatisch auf jeder glatten oder stark verschmutzten Fläche. Achten Sie außerdem auf die ausgewiesene Nassabriebklasse, wenn Wände regelmäßig gereinigt werden, etwa im Flur oder in der Küche. Für wenig beanspruchte Räume kann ein niedrigerer Widerstand ausreichend sein. Die Angaben auf dem Gebinde liefern die passende Grundlage, denn Bindemittelanteil und Eigenschaften unterscheiden sich je nach Produkt.

Silikat- und Kalkfarbe

Silikat- und Kalkfarben sind mineralische Anstriche, deren Bindung und Eignung sich deutlich von Dispersionsfarbe unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt typische Untergründe und Einsatzbereiche; die Atmungsaktivität hängt stets auch vom gesamten Schichtaufbau und dem Wandmaterial ab.

Bindemittel und typische Eigenschaften von Wandfarben
Farbart Bindemittel Geeignete Oberfläche Atmungsaktivität Typischer Einsatz
Dispersion Wasser und synthetisches Bindemittel, meist Kunstharz Tragfähiger Putz, Beton, Gipskarton und geeignete Altanstriche Je nach Produkt und Schichtaufbau unterschiedlich Übliche Innenräume und vielfältige Farbtöne
Silikatfarbe Mineralisches Bindemittel, meist Kaliwasserglas Mineralischer Putz, Beton und geeignete mineralische Altanstriche Bei passendem mineralischem Aufbau meist hoch diffusionsoffen Mineralische Wandflächen, etwa in Altbauten
Kalkfarbe Kalk als mineralisches Bindemittel Kalkputz und andere geeignete, mineralische Untergründe Bei geeignetem Untergrund in der Regel diffusionsoffen Mineralische Innenwände, zum Beispiel in Altbauten

Silikatfarbe verbindet sich durch Verkieselung chemisch mit mineralischen Oberflächen. Auf einem vorhandenen Dispersionsanstrich kann sie diese Bindung nicht ohne Weiteres eingehen; zum Überstreichen ist eine dafür vorgesehene Grundierung erforderlich. Auch der übrige Schichtaufbau muss zum Produkt passen. Ein ungeeigneter Altanstrich kann die Haftung beeinträchtigen.

Kalkfarbe ist stark alkalisch und dadurch schimmelhemmend. Das kann sie für geeignete mineralische Wände in einem Altbau interessant machen, ersetzt aber weder die Klärung von Feuchteursachen noch die Beseitigung vorhandenen Schimmels: Schimmel lässt sich nicht einfach sicher überstreichen. Bei allen drei Farbtypen entscheidet daher nicht allein die Bezeichnung, sondern die Kombination aus Untergrund, Altbeschichtung und Nutzung.

Deckvermögen und Nassabrieb nach DIN EN 13300

DIN EN 13300 ordnet Wandfarben nach Nassabrieb und Deckvermögen ein. Bei beiden Skalen steht Klasse 1 für die beste Einstufung; die Klassen sind jedoch getrennte Merkmale und sollten passend zum Raum bewertet werden.

Klassen für Nassabrieb und Deckvermögen nach DIN EN 13300
Merkmal Klasse Bedeutung Orientierung für die Auswahl
Nassabrieb 1 Höchste Widerstandsfähigkeit; weniger als 5 µm Schichtdickenverlust nach 200 Scheuerzyklen Für stark beanspruchte und häufig zu reinigende Wände
Nassabrieb 2 5 bis unter 20 µm Verlust nach 200 Scheuerzyklen Für regelmäßig genutzte Innenräume
Nassabrieb 3 20 bis unter 70 µm Verlust nach 200 Scheuerzyklen Für normal beanspruchte Wände
Nassabrieb 4–5 Klasse 4: unter 70 µm Verlust nach 40 Zyklen; Klasse 5: mindestens 70 µm nach 40 Zyklen Eher für gering beanspruchte Flächen
Deckvermögen 1 Kontrastverhältnis mindestens 99,5 % Besonders geeignet, wenn hoher Kontrast überdeckt werden soll
Deckvermögen 2 Mindestens 98 % und unter 99,5 % Gute Deckleistung für viele übliche Anstriche
Deckvermögen 3–4 Klasse 3: mindestens 95 % und unter 98 %; Klasse 4: unter 95 % Bei dunklen oder stark abweichenden Untergründen genau auf die Produktangaben achten

Der Glanzgrad reicht von glänzend über seidenmatt bis matt; matter Anstrich ist an Wänden verbreitet. Glänzende Oberflächen reflektieren Licht stärker, während matte Flächen weniger spiegeln. Für einen Flur oder andere stark beanspruchte Bereiche ist eine niedrige Nassabriebklasse sinnvoll; bei dunklen Wänden spricht ein möglichst hohes Deckvermögen für die Auswahl. Vergleichen Sie beide Kennwerte getrennt und wählen Sie matt, wenn eine zurückhaltende Wandoberfläche gewünscht ist.

Schritt für Schritt: einschneiden, rollen, zweiter Anstrich

Beim Streichen zählt die Reihenfolge: Zuerst kommt die Decke an die Reihe, danach folgen die Wände. An den Wandrändern schafft ein schmaler Pinselstreifen den Übergang zur gerollten Fläche. Arbeiten Sie abschnittsweise und halten Sie die frische Farbe an der Wand in Bewegung, damit keine sichtbaren Ansätze entstehen. Für Wände streichen Schritt für Schritt gehören auch gleichmäßige Rollbewegungen und die passende Trocknungszeit zwischen den Anstrichen dazu. Prüfen Sie die fertige Farbwirkung erst, wenn die Wand vollständig getrocknet ist.

Ecken und Kanten einschneiden

Streichen Sie zuerst die Decke und anschließend die Wände. So lassen sich Farbspritzer von der Decke später mit dem Wandanstrich überdecken, statt eine bereits fertige Deckenfläche erneut zu verschmutzen. Beginnen Sie an der Decke mit einem gleichmäßigen Pinselstreifen entlang des Wandanschlusses. An Wandkanten, Raumecken und rund um feste Einbauten wird ebenfalls mit dem Pinsel eingeschitten, bevor die große Fläche an die Reihe kommt.

Der Pinselstreifen sollte breit genug sein, dass die Rolle später nicht an die angrenzende Fläche stößt. Streichen Sie nicht erst sämtliche Ränder im ganzen Raum vor: Rollen Sie den jeweiligen Wandabschnitt direkt anschließend, solange die Pinselspur noch feucht ist. So verbindet sich die Farbe beider Arbeitsgänge, und der Rand trocknet nicht als sichtbare Linie an. Arbeiten Sie dabei in überschaubaren Abschnitten und führen Sie den Pinsel ohne längere Unterbrechungen entlang der Kante. Bei hohen Räumen verwenden Sie eine standsichere Leiter oder ein geeignetes Gerüst und passende Schutzausrüstung.

Fläche rollen: Kreuzgang und nass in nass

Teilen Sie die Wand gedanklich in Bahnen von ungefähr einer Rollenbreite ein. Tragen Sie die Farbe auf einer Bahn zunächst in W- oder Kreuzbewegungen auf und verteilen Sie sie anschließend gleichmäßig. Zum Abschluss rollen Sie die Fläche in einer Richtung ab, am besten mit durchgehenden Zügen von oben nach unten. Ein gleichmäßiger Druck hilft, sichtbare Übergänge zwischen den Bahnen zu vermeiden.

Arbeiten Sie nass in nass: Die nächste Bahn wird begonnen, bevor der Rand der vorherigen angetrocknet ist. Verbinden Sie die Bahnen, solange beide noch feucht sind, und vermeiden Sie längere Pausen mitten auf einer Wand. So lassen sich Ansätze und Wolken reduzieren. Auch beim Streichen ohne Streifen ist ein gleichmäßiger Arbeitsrhythmus entscheidend; unregelmäßige Unterbrechungen oder wiederholtes Nachrollen an bereits anziehenden Stellen hinterlassen eher sichtbare Spuren.

Berücksichtigen Sie den Lichteinfall aus Fenstern und richten Sie beim abschließenden Rollen die Aufmerksamkeit besonders auf die Fläche, die das Tageslicht direkt trifft. Streifendes Licht macht Unebenheiten im Farbauftrag deutlicher sichtbar. Kontrollieren Sie die Wand aus verschiedenen Blickwinkeln, solange die Farbe noch feucht ist, und verteilen Sie erkennbare Farbüberschüsse mit leichten, gleichmäßigen Zügen. Rollspritzer entstehen leichter, wenn die Rolle zu schnell bewegt oder zu stark gedrückt wird; führen Sie sie deshalb ruhig und ohne ruckartige Richtungswechsel.

Frische Wandfarbe wirkt häufig dunkler oder fleckiger als nach dem Trocknen. Beurteilen Sie den Farbton daher nicht während des Rollens, sondern erst an der trockenen Fläche. Lüften Sie während der Arbeit bei geöffnetem Fenster, vermeiden Sie aber starke Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung: Beides kann die Oberfläche ungleichmäßig antrocknen lassen. Bei Arbeiten über Kopfhöhe bleiben Leiter oder Gerüst standsicher aufgestellt; geeignete Schutzausrüstung schützt vor Spritzern.

Zweiter Anstrich und Abkleben entfernen

Ein weiterer Anstrich kommt erst auf die Wand, wenn der erste vollständig getrocknet ist. Maßgeblich ist die Trocknungszeit auf dem Farbeimer; sie kann je nach Hersteller und Produkt unterschiedlich ausfallen. Beginnen Sie nicht allein deshalb früher, weil die Oberfläche trocken aussieht. Ein zu früh aufgetragener Folgeanstrich kann die erste Schicht wieder anlösen oder ungleichmäßig decken. Tragen Sie die zweite Schicht wie die erste gleichmäßig auf und beachten Sie dabei erneut die durchgehenden Bahnen.

Ziehen Sie Malerkrepp ab, solange die Farbe noch leicht feucht ist. Lösen Sie es langsam und ziehen Sie es schräg von der gestrichenen Fläche weg, damit die Farbkante sauber bleibt und kein angetrockneter Film mit abreißt. Warten Sie nicht bis die Farbe hart ist: Dann kann die Kante beim Ablösen ausfransen oder Farbe mit dem Band abplatzen. Falls Sie mehrere Wandabschnitte abgeklebt haben, entfernen Sie das Band jeweils nach dem Streichen der betreffenden Fläche. Am gleichmäßigsten wirkt der Anstrich, wenn Sie die Gebindeangabe zur Trocknung beachten und das Krepp im leicht feuchten Zustand abnehmen.

Typische Fehler und wie man sie behebt

Streifen, Wolken und abblätternde Farbe entstehen oft nicht durch die Wandfarbe allein, sondern durch ungleichmäßigen Auftrag oder einen ungeeigneten Untergrund. Das Erscheinungsbild hilft, die Ursache einzugrenzen: Rollerstreifen und sichtbare Ansätze unterscheiden sich deutlich von Blasen oder Schimmel. Wasser- und Nikotinflecken können selbst nach einem sorgfältigen Anstrich wieder sichtbar werden, wenn sie nicht abgesperrt sind. Prüfen Sie deshalb vor einer Ausbesserung, ob ein Auftragfehler oder ein Problem mit dem Untergrund vorliegt.

Streifen, Wolken und sichtbare Ansätze

Die Stelle und das Muster geben erste Hinweise auf die Ursache. Beheben Sie den Auslöser, bevor Sie die betroffene Fläche erneut streichen.

Fehlerbild, mögliche Ursache und Abhilfe
Fehlerbild Mögliche Ursache Abhilfe
Rollerstreifen Die Farbe wurde zu dünn aufgetragen, der Farbroller war ungleichmäßig getränkt oder die Bahnen trockneten an, bevor die nächste Bahn anschloss. Tragen Sie die Wandfarbe gleichmäßig auf und arbeiten Sie nass in nass, damit keine trockenen Kanten zwischen den Bahnen entstehen. Ist der Anstrich vollständig trocken, streichen Sie die ganze Wandfläche erneut statt nur einzelne Streifen auszubessern.
Wolken oder sichtbare Ansätze Unterschiedliche Farbmengen, ungleichmäßiges Verteilen oder Unterbrechungen während des Streichens können fleckige Flächen und harte Übergänge erzeugen. Verteilen Sie die Farbe gleichmäßig und vermeiden Sie längere Pausen mitten auf der Wand. Bei einem bereits getrockneten, unruhigen Ergebnis hilft meist ein gleichmäßiger neuer Anstrich über die gesamte Fläche.
Blasen in der Farbschicht Blasen weisen häufig auf Feuchtigkeit, Staub oder eine schlecht haftende Schicht unter der Farbe hin. Lassen Sie die Ursache der Feuchtigkeit abklären und entfernen Sie lose oder nicht tragfähige Farbschichten. Erst auf einem trockenen und tragfähigen Untergrund sollte neu gestrichen werden.
Farbe blättert ab Ein staubiger, feuchter oder nicht tragfähiger Untergrund kann verhindern, dass der Anstrich dauerhaft haftet. Entfernen Sie abblätternde Stellen und beseitigen Sie Staub oder die Feuchtigkeitsursache, bevor ein neuer Anstrich folgt. Überstreichen allein befestigt lose Farbschichten nicht.
Schimmel unter oder auf dem Anstrich Schimmel deutet auf ein Feuchtigkeitsproblem hin, das durch Farbe nicht beseitigt wird. Überstreichen Sie den Schimmel nicht; klären Sie zuerst die Ursache der Feuchtigkeit und lassen Sie den Befall fachgerecht beurteilen. Ein neuer Anstrich kommt erst infrage, wenn das zugrunde liegende Problem behoben ist.

Bei Rollerstreifen und Ansätzen ist ein vollständiger, gleichmäßiger Neuanstrich meist zuverlässiger als punktuelles Nachrollen auf bereits trockener Farbe.

Dunkle Altfarbe oder Flecken schlagen durch

Bleiben Verfärbungen nach dem Trocknen sichtbar, reicht ein weiterer Auftrag gewöhnlicher Wandfarbe nicht immer aus. Entscheidend ist, ob einzelne Flecken abgesperrt werden müssen oder die gesamte Fläche dunkel überstrichen ist.

Geeignete Behandlung nach Art der Verfärbung
Verfärbung Warum sie durchschlägt Geeignete Abhilfe
Wasserflecken Rückstände aus einem früheren Feuchtigkeitsschaden können durch normale Wandfarbe wieder sichtbar werden. Beheben Sie zunächst den Wasserschaden und lassen Sie die Wand vollständig trocknen. Anschließend die betroffenen Stellen mit Isoliergrund beziehungsweise Sperrgrund absperren und erst danach überstreichen.
Nikotinflecken Verfärbungen und Rückstände aus Zigarettenrauch können einen gewöhnlichen Anstrich verfärben oder erneut durchscheinen. Verwenden Sie auf den betroffenen Flächen einen geeigneten Isoliergrund oder Sperrgrund. Nach dessen Trocknung folgt der deckende Anstrich gemäß den Angaben auf dem Gebinde.
Dunkler Altanstrich Ein heller Anstrich kann bei starkem Farbkontrast trotz sorgfältigen Auftrags ungleichmäßig decken. Wählen Sie eine deckstarke Wandfarbe und prüfen Sie die Deckung nach dem Trocknen; reicht sie nicht aus, ist ein weiterer Anstrich nötig. Alternativ kann ein geeigneter Grundieranstrich den Farbunterschied vorab verringern.

Bei einzelnen Flecken ist Sperrgrund die gezielte Lösung; bei einer durchgehend dunklen Wand sind deckstarke Farbe oder ein passender Grundieranstrich die sinnvollere Wahl.