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Author: maler.spohle
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Wandfarbe auswählen
Wandfarbe auswählen: den Bedarf zuerst klären
Bevor Sie Wandfarbe auswählen, halten Sie fest, welche Räume gestrichen werden und welche Flächen dazugehören. Eine Küchenwand neben der Arbeitsfläche wird anders beansprucht als eine Schlafzimmerwand hinter dem Bett. Auch Putz, Gipskarton oder ein Altanstrich beeinflussen, welche Produkte infrage kommen. Eine kurze Bedarfsliste hilft, Raum, Untergrund, Nutzung und gewünschte Optik vor dem Vergleich zu ordnen.
Bedarf vorab festhalten
Beginnen Sie mit einer kurzen Liste; vier Angaben reichen, um den Bedarf für jeden Raum übersichtlich zu erfassen.
- Raum und Flächenumfang: Erfassen Sie Zimmer, Wandabschnitte und ungefähr zu streichende Quadratmeter; Bad, Flur und Wohnraum unterscheiden sich in Nutzung und Feuchtebelastung.
- Untergrund: Vermerken Sie, ob die Wand aus Putz, Gipskarton oder einer bereits gestrichenen Fläche besteht; Risse oder kreidender Altanstrich gehören ebenfalls in die Notiz.
- Beanspruchung: Halten Sie fest, ob Kinder, Haustiere, häufige Berührungen oder Spritzwasser den Bereich betreffen, etwa an Flurwänden oder neben der Arbeitsfläche.
- Gewünschte Optik: Notieren Sie, ob die Wand ruhig wirken oder einen Akzent setzen soll, und beziehen Sie vorhandene Möbel sowie den Bodenbelag als feste Bezugspunkte ein.
Ordnen Sie Raum und Untergrund zuerst, danach Beanspruchung und Optik. So steht fest, welche Anforderungen Sie beim späteren Vergleich von Produkten und Farbtönen berücksichtigen.
Kriterien in der richtigen Reihenfolge
Bei der Auswahl zählt nicht allein der Farbton: Auch Wandbeschaffenheit, Beanspruchung und gewünschte Oberflächenwirkung entscheiden, ob die Farbe zum Raum passt. Gehen Sie schrittweise vor und klären Sie zuerst, worauf gestrichen wird und wie stark die Fläche genutzt wird. Danach helfen die Qualitätsklassen der DIN EN 13300, Widerstandsfähigkeit und Deckvermögen einzuordnen. Der Glanzgrad folgt zuletzt, denn er beeinflusst sowohl die Optik als auch die Sichtbarkeit kleiner Wandfehler. Herstellerangaben im technischen Datenblatt geben Auskunft über die Eigenschaften des jeweiligen Produkts.
Untergrund und Raum
Um die Wandfarbe nach dem Untergrund auszuwählen, prüfen Sie zuerst dessen Zustand und bestimmen Sie anschließend die Beanspruchung des Raums. Diese Reihenfolge verhindert, dass ein passender Farbton wichtiger erscheint als die technischen Anforderungen.
- Untergrund prüfen: Unterscheiden Sie etwa zwischen Putz, Gipskarton und bereits gestrichenen Wänden; Saugfähigkeit, Festigkeit und vorhandene Beschichtungen beeinflussen die passende Produktwahl.
- Raumbeanspruchung bestimmen: Berücksichtigen Sie, ob eine Wand vorwiegend dekorativ ist oder häufig durch Hände, Möbelkontakt, Spritzer und regelmäßige Reinigung belastet wird.
- Widerstandsfähigkeit festlegen: Leicht beanspruchte Flächen benötigen meist weniger Abriebfestigkeit als stark genutzte Durchgänge oder Bereiche, in denen Verschmutzungen häufiger entfernt werden.
- Qualitätsklasse vergleichen: Lesen Sie Nassabrieb- und Deckvermögenklasse auf dem Gebinde oder im technischen Datenblatt; vergleichen Sie jeweils dieselbe Eigenschaft zwischen Produkten.
- Glanzgrad zuletzt wählen: Entscheiden Sie erst nach Untergrund und Widerstandsfähigkeit, ob matt, seidenmatt oder glänzend zur Wandoberfläche und zum gewünschten Pflegeaufwand passt.
Vergleichen Sie die Produkte in genau dieser Abfolge: erst Eignung für Untergrund und Raum, dann die benötigten Klassen und abschließend den Glanzgrad.
Qualitätsklassen lesen
Die DIN EN 13300 ordnet Innenwandfarben unter anderem nach Nassabriebbeständigkeit und Deckvermögen ein. Bei der Nassabriebklasse bedeutet Klasse 1 die höchste Widerstandsfähigkeit, Klasse 5 die niedrigste; bei der Deckvermögenklasse deckt Klasse 1 bei der angegebenen Verbrauchsmenge am besten, Klasse 4 am wenigsten. Die beiden Einstufungen beschreiben unterschiedliche Eigenschaften und sollten getrennt verglichen werden.
Orientierung für Nassabriebklasse und Glanzgrad nach Raum Raum Meist sinnvolle Nassabriebklasse Passender Glanzgrad als Orientierung Wohnbereich Klasse 3 Matt Küche Klasse 1 bis 2 Seidenglänzend Flur Klasse 1 bis 2 Seidenglänzend Kinderzimmer Klasse 1 bis 2 Matt bis seidenmatt Die Zuordnung ist eine Orientierung, keine feste Vorgabe: Entscheidend sind die tatsächliche Nutzung und die Angaben des Farbherstellers. In einer wenig genutzten Küche kann eine andere Beanspruchung vorliegen als in einem stark frequentierten Familienflur. Für Flure und Kinderzimmer ist eine höhere Scheuerbeständigkeit oft sinnvoll, weil Wände dort häufiger berührt oder gereinigt werden. Prüfen Sie bei der Deckvermögenklasse außerdem die Verbrauchsmenge, auf die sich die Einstufung bezieht; konkrete Angaben zur Verarbeitung stehen im technischen Datenblatt des Produkts. Das Umweltzeichen Blauer Engel RAL-UZ 102 kennzeichnet emissionsarme Innenwandfarben. Es ergänzt die Angaben zu Abrieb und Deckvermögen, ersetzt sie aber nicht.
Glanzgrad
Matte Wandfarben reflektieren wenig Licht und lassen kleine Unebenheiten meist weniger auffallen als glänzende Beschichtungen. Deshalb sind matte Oberflächen in Wohnbereichen verbreitet, besonders an Wänden mit leicht unruhigem Putz oder kleinen Ausbesserungsstellen. Bei seitlichem Lichteinfall können auch matte Flächen Unterschiede zeigen; glänzende Farben betonen Struktur und Unebenheiten durch ihre stärkere Reflexion meist deutlicher.
Seidenmatte und seidenglänzende Oberflächen bilden einen Mittelweg zwischen zurückhaltender Optik und leichterer Reinigung. Ein höherer Glanzgrad kann dort praktisch sein, wo Spritzer oder Handspuren häufiger entfernt werden, etwa im Flur oder in der Küche. Wie gut sich eine konkrete Farbe reinigen lässt, hängt jedoch auch von ihrer Rezeptur und ausgewiesenen Nassabriebklasse ab. Prüfen Sie daher Glanzgrad und technische Angaben gemeinsam, statt Pflegeleichtigkeit allein aus dem Glanz abzuleiten.
Farbton finden und prüfen
Ein Farbton lässt sich zunächst über ein Farbsystem eingrenzen und anschließend im eigenen Raum beurteilen. Nummerierte Farbwerte erleichtern es, eine Auswahl wiederzufinden und mit anderen Personen abzustimmen. Für die endgültige Entscheidung zählt jedoch der Eindruck auf einer realen Fläche, denn Licht und Umgebung verändern die Wahrnehmung. Vergleichen Sie deshalb mehrere Möglichkeiten direkt am vorgesehenen Ort, bevor Sie die Wand streichen.
RAL, NCS und Farbfächer
RAL Classic ist eine Farbsammlung, in der jeder Farbton eine feste vierstellige Nummer trägt. Die Nummer dient als eindeutige Referenz, etwa wenn Sie einen bestimmten Farbton erneut bestellen oder mit einem Muster abgleichen möchten. Sie beschreibt den Farbton, aber nicht automatisch die genaue Rezeptur jeder Wandfarbe: Bindemittel, Pigmente und Hersteller können das fertige Ergebnis beeinflussen.
Das schwedische Natural Color System, kurz NCS, ordnet Farben nach ihrer wahrgenommenen Ähnlichkeit zu den Grundfarben. Die Kennzeichnung hält Schwarzanteil, Buntheit und Farbton fest. Bei NCS S 2050-Y90R stehen beispielsweise 20 für den Schwarzanteil, 50 für die Buntheit und Y90R für einen Farbton zwischen Gelb und Rot. Die verbleibenden 30 Prozent entfallen auf den Weißanteil. So lässt sich die Farbbeschreibung differenzierter lesen als eine bloße Farbbezeichnung.
Ein Farbfächer hilft, benachbarte Töne direkt miteinander zu vergleichen, bildet die spätere Wand aber nicht exakt ab. Papier, Druck und Beleuchtung verändern den Eindruck; auch ein Bildschirm zeigt Farben abhängig von Helligkeit und Geräteeinstellung. Nutzen Sie RAL- oder NCS-Angaben daher als Orientierung und prüfen Sie den ausgewählten Ton zusätzlich mit einem echten Farbauftrag.
Muster im Raum testen
Ein Farbton wirkt auf einer kleinen Karte anders als auf einer größeren Fläche. Mit einem Musteranstrich lässt sich prüfen, wie er sich im Raum und neben vorhandenen Materialien verhält.
- Streichen Sie eine etwa 50 × 50 Zentimeter große Platte oder einen festen Bogen mit derselben Farbe und Rolle, die für die Wand vorgesehen sind.
- Stellen Sie das Muster zunächst an die Wand, die gestrichen werden soll, und verschieben Sie es anschließend an weitere Wände mit unterschiedlicher Ausrichtung.
- Betrachten Sie die Fläche morgens, mittags und am Abend; prüfen Sie zusätzlich, wie sich der Ton unter der üblichen Raumbeleuchtung verändert.
- Halten Sie das Muster direkt neben Boden, Sofa und größere Möbelstücke, damit deutlich wird, ob deren Farben den Wandton wärmer oder kühler erscheinen lassen.
- Beurteilen Sie den Anstrich nicht im nassen Zustand: Während des Trocknens verändert sich der Farbeindruck, daher zählt erst die vollständig getrocknete Fläche.
Ein bewegliches Muster erleichtert den Vergleich, weil Sie es ohne erneutes Streichen an verschiedenen Stellen prüfen können. Warten Sie mit der Entscheidung, bis die Farbe trocken ist, und beziehen Sie dabei sowohl Tageslicht als auch Kunstlicht ein.
Die Auswahl abschließend abgleichen
Zum Abschluss zählen die Qualitätsklasse, der Glanzgrad und der geprüfte Farbton im Zusammenspiel. Gleichen Sie diese drei Merkmale mit Raum, Untergrund und Einrichtung ab. Maßgeblich für technische Produkteigenschaften sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt. So lässt sich beurteilen, ob die ausgewählte Wandfarbe zum vorgesehenen Einsatz passt.
Auswahl abschließend prüfen
Prüfen Sie die Auswahl anhand des Raums, des Untergrunds und der Einrichtung sowie der Herstellerangaben im Datenblatt.
- Die Qualitätsklasse muss zum beanspruchten Raum und zum vorhandenen Untergrund passen; prüfen Sie dafür die ausgewiesene Eignung und nicht allein den Farbton.
- Der Glanzgrad sollte mit der vorhandenen Oberfläche und der Einrichtung harmonieren; beurteilen Sie ihn am getrockneten Anstrich, nicht nur auf dem Gebinde.
- Vergleichen Sie den vollständig getrockneten Farbton mit Möbeln, Boden und Textilien im Raum, denn erst dort zeigt sich der gemeinsame Farbeindruck.
- Lesen Sie im technischen Datenblatt die Angaben zu Untergrund, Verarbeitung und Trocknung nach; diese Herstellerwerte bilden die Grundlage für den Produktabgleich.
Wenn Qualitätsklasse, Glanzgrad und getrockneter Farbton zu Raum, Untergrund und Einrichtung passen, ist die Auswahl stimmig.