Fassadenfarben im Vergleich
Welche Fassadenfarbe passt, hängt vor allem davon ab, woraus die Wand besteht und welche Eigenschaften der Anstrich erfüllen soll. Mineralische Putze können mit anderen Bindemitteln beschichtet werden als bereits gestrichene oder organisch gebundene Flächen. Auch Wasserabweisung und Wasserdampfdurchlässigkeit unterscheiden sich je nach Farbtyp. Ein Blick auf Bindemittel und Untergrund hilft, die Fassadenfarbe passend auszuwählen.
Dispersions- und Silikonharzfarbe
Dispersionsfarbe ist eine häufig verwendete Fassadenbeschichtung. Ihr Bindemittel besteht meist aus Kunstharz, oft auf Acrylatbasis, das in Wasser verteilt ist. Nach dem Trocknen bildet es einen zusammenhängenden, vergleichsweise elastischen Film. Diese Flexibilität kann kleinere Bewegungen des Untergrunds mitmachen, ersetzt aber keine Reparatur von Rissen.
Die Farbe eignet sich für viele mineralische Putze und für tragfähige Altanstriche, sofern das jeweilige Produkt dafür freigegeben ist. Ihre breite Einsetzbarkeit macht sie zu einer gängigen Wahl für Außenwände, deren Oberfläche bereits mit einer organisch gebundenen Farbe beschichtet wurde. Je nach Rezeptur sind Deckvermögen, Elastizität und Diffusionsfähigkeit unterschiedlich; die Angaben auf dem technischen Merkblatt sind deshalb aussagekräftiger als die Bezeichnung allein.
Eine mögliche Schwäche ist, dass manche Dispersionsanstriche Wasserdampf weniger leicht passieren lassen als mineralische Systeme. Auf einem Untergrund, bei dem eine hohe Diffusionsfähigkeit wichtig ist, sollte die konkrete Produktfreigabe geprüft werden. Zudem kann ein geschlossener Farbfilm auf ungeeigneten oder nicht tragfähigen Altbeschichtungen schlecht haften; das Bindemittel macht einen ungeeigneten Untergrund nicht automatisch beschichtungsfähig.
Silikonharzfarbe kombiniert Silikonharz als Bindemittel mit weiteren Bestandteilen, häufig auch einer Polymerdispersion. Sie wird für mineralische Putze und viele tragfähige Altanstriche angeboten. Die Oberfläche nimmt Flüssigwasser nur begrenzt auf, während Wasserdampf vergleichsweise gut hindurchtreten kann. Diese Kombination ist sinnvoll, wenn Regenwasser von der Fassade abperlen soll, der Wandaufbau aber nicht unnötig stark abgedichtet werden soll.
Die tatsächliche Wasseraufnahme und Diffusionsfähigkeit unterscheiden sich zwischen Produkten; prüfen Sie dafür die Herstellerangaben. Silikonharzfarbe ist nicht mit einer vollständig dampfdichten Beschichtung gleichzusetzen und kann Feuchteprobleme im Mauerwerk nicht beheben. Gegenüber einfacher Dispersionsfarbe ist sie meist die passendere Wahl, wenn eine wasserabweisende Oberfläche gefragt ist; für einen bestimmten Putz zählt jedoch immer die ausgewiesene Eignung des Anstrichsystems.
Silikat- und Kalkfarbe
Mineralische Farben unterscheiden sich von Kunstharzbeschichtungen vor allem durch ihr Bindemittel und die Art, wie sie mit dem Untergrund zusammenwirken. Die Übersicht zeigt, welche Flächen für die vier Farbtypen typischerweise infrage kommen und welche Eigenschaften dabei zu beachten sind.
| Farbtyp | Bindemittel | Geeignete Flächen | Verhalten gegenüber Wasser und Wasserdampf | Typische Schwächen |
|---|---|---|---|---|
| Dispersionsfarbe | Kunstharzdispersion, häufig auf Acrylatbasis | Viele mineralische Putze sowie tragfähige, dafür zugelassene Altanstriche | Bildet einen wasserabweisenden Film; die Wasserdampfdurchlässigkeit hängt von der Rezeptur ab. | Kann weniger diffusionsoffen sein als mineralische Farben; haftet nicht zuverlässig auf ungeeigneten Altbeschichtungen. |
| Silikonharzfarbe | Silikonharz, oft in Kombination mit Polymerdispersion | Mineralische Putze und viele geeignete, tragfähige Altanstriche | Begrenzt die Aufnahme von Flüssigwasser und lässt Wasserdampf vergleichsweise gut passieren. | Eigenschaften variieren nach Produkt; nicht jeder vorhandene Anstrich ist als Untergrund geeignet. |
| Silikatfarbe | Kaliumsilikat beziehungsweise Wasserglas | Mineralischer Putz und andere ausdrücklich geeignete mineralische Untergründe | Verbindet sich mit dem mineralischen Untergrund und ist wasserdampfdurchlässig; die Oberfläche ist nicht wasserundurchlässig. | Nicht für beliebige organische Altanstriche geeignet; erfordert einen passenden mineralischen Untergrund. |
| Kalkfarbe | Kalk als mineralisches Bindemittel | Vor allem Kalkputz und andere dafür geeignete mineralische Flächen | Diffusionsoffen und saugfähig; sie bildet keine wasserundurchlässige Haut. | Weniger widerstandsfähig gegen starke Bewitterung und Abrieb als viele moderne Beschichtungen; begrenzte Eignung auf nicht mineralischen Flächen. |
Silikatfarbe eignet sich besonders für mineralischen Putz, weil das Wasserglas mit mineralischen Bestandteilen des Untergrunds reagiert und eine feste Verbindung eingeht. Diese Verbindung funktioniert nicht auf jeder vorhandenen Farbschicht: Organische Beschichtungen können die Verkieselung verhindern. Silikatfarbe für die Fassade ist daher nur dann passend, wenn der Putz oder die vorhandene Beschichtung ausdrücklich dafür geeignet ist.
Kalkfarbe wird vor allem auf Kalkputz verwendet. Das alkalische Bindemittel und der mineralische Charakter passen zu diesem Untergrund, die Oberfläche bleibt diffusionsoffen. Im Vergleich zu widerstandsfähigeren Fassadenbeschichtungen kann sie bei stärkerer Witterungsbelastung schneller an Substanz verlieren. Auf nicht saugenden oder organisch gestrichenen Flächen ist sie keine passende Wahl.
Für die Entscheidung zählt zuerst die Putzart: Auf geeignetem mineralischem Putz kommen Silikatfarbe oder Kalkfarbe infrage; Kalkfarbe passt besonders zu Kalkputz, Silikatfarbe zu mineralischen Flächen, die eine feste Verbindung ermöglichen. Bei einem tragfähigen Altanstrich bieten Dispersions- und Silikonharzfarben meist mehr Auswahl, sofern das Produkt für die vorhandene Beschichtung zugelassen ist. Ist eine geringe Wasseraufnahme bei zugleich guter Wasserdampfdurchlässigkeit gewünscht, spricht das für Silikonharzfarbe. Bei unsicherem oder gemischtem Untergrund sollte die Farbwahl auf einer Prüfung der vorhandenen Schichten und der Produktfreigabe beruhen.
Untergrund prüfen und vorbereiten
Ein haltbarer Fassadenanstrich beginnt mit einem tragfähigen, sauberen und ausreichend trockenen Untergrund. Vor dem Arbeiten lohnt sich eine systematische Prüfung, denn Kreidung, lose Schichten, Risse und Feuchtigkeit erfordern unterschiedliche Maßnahmen. Mit einfachen Handtests lassen sich viele Schwachstellen erkennen, bevor Farbe aufgetragen wird. Bei auffälligen Schäden oder unklarer Rissbewegung sollte eine Fachperson den Zustand beurteilen.
Risse, Abplatzungen und Algen
Prüfen Sie die Fassade zunächst an mehreren Stellen, auch an wetterabgewandten Bereichen und unter Fensterbänken. Die drei Handtests zeigen, ob der Putz kreidet, ausbricht oder eine alte Beschichtung nicht mehr haftet.
- Wischprobe: Reiben Sie mit der flachen Hand oder einem dunklen, trockenen Tuch über den Putz. Ein deutlicher heller Staubfilm weist auf Kreidung hin; eine leichte Staubspur allein beweist noch keine lose Schicht.
- Kratzprobe: Fahren Sie mit einem Spachtel oder Schraubendreher vorsichtig über eine unauffällige Stelle. Bröckelt der Putz leicht oder lässt er sich tief eindrücken, fehlt ihm lokal die Festigkeit.
- Klebebandtest: Drücken Sie einen Streifen fest auf eine trockene, beschichtete Stelle und ziehen Sie ihn ruckartig ab. Haften größere Farbteilchen am Band, ist die alte Schicht nicht ausreichend gebunden.
- Risse einordnen: Feine, oberflächliche Haarrisse sind von breiteren oder wiederkehrenden Setzrissen zu unterscheiden. Ein dafür geeigneter flexibler Anstrich kann kleine Haarrisse überbrücken, sofern der Riss stabil ist.
- Rissverlauf beobachten: Verändern sich Risse, verlaufen sie stufenförmig durch Mauerwerk oder treten sie an Gebäudeübergängen auf, kann Bewegung dahinterstecken. Eine Fachperson sollte Ursache und Sanierungsbedarf einschätzen.
- Algen und Moos prüfen: Grüner oder dunkler Bewuchs sitzt häufig auf dauerhaft feuchten, schattigen Flächen. Kontrollieren Sie, ob der Belag oberflächlich ist oder ob der Putz bereits weich, rissig oder abgelöst wirkt.
Die Tests ersetzen keine Bauteiluntersuchung, helfen aber, problematische Bereiche gezielt zu markieren. Algen und Moos sollten mechanisch oder mit einer Niederdruckreinigung entfernt werden; starker Wasserdruck kann Putz auswaschen und Risse vergrößern. Lassen Sie die gereinigte Fläche anschließend vollständig trocknen, bevor weitere Vorbereitungsarbeiten beginnen.
Reinigen und grundieren
Nach der Prüfung folgt die Reinigung in einer Reihenfolge, die den Putz nicht unnötig belastet. Lose Bestandteile müssen entfernt sein, bevor eine Grundierung aufgebracht wird.
- Lose Schichten abnehmen: Schaben Sie abblätternde Farbe und mürbe Putzteile mit einem Spachtel oder einer festen Bürste ab. Arbeiten Sie bis zu einem Bereich, an dem die Schicht nicht weiter ausbricht.
- Staub entfernen: Bürsten Sie verbliebene Körner und Schleifstaub sorgfältig ab. Staub auf dem Untergrund wirkt wie eine Trennschicht und kann verhindern, dass eine spätere Beschichtung fest anliegt.
- Schonend reinigen: Entfernen Sie Schmutz und oberflächliche Ablagerungen mit Bürste und Wasser oder einer Niederdruckreinigung. Ein harter Wasserstrahl kann Putz beschädigen und Feuchtigkeit tief in die Wand drücken.
- Fläche trocknen lassen: Beginnen Sie erst weiterzuarbeiten, wenn die gereinigte Fassade durchgetrocknet ist. Feuchte Stellen können die Aufnahme der Grundierung verändern und Feuchtigkeit unter späteren Schichten einschließen.
- Saugfähigkeit beurteilen: Tropfen Sie etwas Wasser auf den trockenen Putz. Zieht es sehr schnell ein, ist der Untergrund stark saugfähig; perlt es ab, können Verschmutzung oder eine dichte Altbeschichtung vorliegen.
- Grundierung abstimmen: Wählen Sie das Produkt passend zu Putz, vorhandener Beschichtung und vorgesehenem Anstrich. Tiefengrund kommt vor allem auf stark saugfähigem, sandendem Putz infrage und festigt dessen Oberfläche.
Eine Grundierung soll die Saugfähigkeit regulieren und den Untergrund festigen, nicht aber eine lose oder ungeeignete Schicht überdecken. Tragen Sie sie nach Herstellerangabe gleichmäßig auf; Pfützen oder glänzende, übermäßig gesättigte Stellen können die Haftung des folgenden Anstrichs beeinträchtigen. Für die Fassade reinigen und grundieren heißt deshalb: erst den Zustand prüfen, dann nur die tatsächlich erforderliche Behandlung wählen.
Neuer Putz und Wartezeit
Neuer Putz muss vor einem Anstrich ausreichend erhärten und trocknen. Das gilt besonders für mineralische Putze, deren Bindemittel Wasser für die Erhärtung benötigen und deren Oberfläche zugleich noch Feuchtigkeit abgeben kann. Wird zu früh gestrichen, kann Restfeuchte die Haftung beeinträchtigen; bei frischem mineralischem Putz kann außerdem die hohe Alkalität eine Beschichtung belasten.
Eine allgemeingültige Wartezeit gibt es nicht. Sie richtet sich nach Putzart, Schichtdicke, Saugfähigkeit des Untergrunds und den Bedingungen während der Trocknung. Kühle, feuchte Witterung und wenig Luftbewegung verlängern die benötigte Zeit; dünne Schichten und günstige Trocknungsbedingungen können sie verkürzen. Orientieren Sie sich deshalb an den technischen Angaben des Putz- und Beschichtungsherstellers, statt eine feste Zahl von Tagen auf jede Fassade zu übertragen.
Kontrollieren Sie vor dem Streichen, ob die Fläche gleichmäßig trocken und fest ist und keine dunklen, feuchten Stellen mehr zeigt. Bei mineralischen Putzen müssen auch die vom Hersteller genannten Erhärtungs- und Überarbeitungszeiten eingehalten werden; bloß trockene Oberfläche bedeutet nicht automatisch, dass der Putz vollständig bereit ist. Untergrund für den Fassadenanstrich vorbereiten heißt bei Neubauten daher, Putzart und Schichtaufbau zu dokumentieren und die passende Wartezeit anhand der Produktangaben festzulegen. Praktisch bewährt sich, den Putz nach Abschluss der Arbeiten nicht vorschnell zu beschichten, sondern die Fläche zu prüfen und bei Zweifeln den ausführenden Betrieb einzubeziehen.
Wetter, Zeitpunkt und Reihenfolge
Ein Fassadenanstrich gelingt gleichmäßiger, wenn Arbeitsbeginn und Ablauf zur Witterung passen. Entscheidend sind nicht nur die Bedingungen am Morgen, sondern auch ihre Entwicklung während des Streichens und der anschließenden Trocknung. Teilen Sie die Arbeit deshalb vorab in klar abgegrenzte Wandflächen ein. So lassen sich sowohl ungünstige Wetterphasen als auch sichtbare Übergänge vermeiden.
Temperatur, Regen und Sonne
Bevor Sie die Fassade streichen, prüfen Sie Lufttemperatur, Oberflächentemperatur und Wetterverlauf für den gesamten Arbeitstag. Für viele Fassadenfarben gelten etwa 5 °C als Mindesttemperatur; maßgeblich sind jedoch immer die Angaben im technischen Merkblatt des gewählten Produkts.
- Messen Sie Luft und Wandoberfläche am Arbeitsbereich. Liegt einer der Werte unter der vorgeschriebenen Mindesttemperatur, verschieben Sie den Anstrich, statt auf eine spätere Erwärmung zu hoffen.
- Prüfen Sie das technische Merkblatt auf zulässige Temperaturbereiche und besondere Vorgaben zur Trocknung. Manche Produkte verlangen mehr als die übliche Mindesttemperatur von etwa 5 °C.
- Streichen Sie nicht bei Regen oder auf einer feuchten Wand. Berücksichtigen Sie auch angekündigte Niederschläge, damit der frische Anstrich vor dem ersten Regen ausreichend trocknen kann.
- Starker Wind kann Farbe aufwirbeln und die Oberfläche schneller antrocknen lassen. Wählen Sie einen ruhigeren Zeitraum, wenn sich die Beschichtung dadurch nicht gleichmäßig verteilen lässt.
- Meiden Sie direkte Sonne auf einer stark aufgeheizten Wand. Besonders an sonnigen Fassaden kann die Farbe zu rasch antrocknen und sich schlechter gleichmäßig verstreichen lassen.
- Beginnen Sie nicht, wenn während der Trocknung Frost zu erwarten ist. Niedrige Temperaturen können die Filmbildung beeinträchtigen; richten Sie sich nach den Schutzzeiten des Herstellers.
Ordnen Sie die Bedingungen direkt an der Fassade ein und gleichen Sie sie mit der örtlichen Vorhersage ab. Planen Sie den Anstrich für einen trockenen, milden und möglichst bewölkten Zeitraum, der die Herstellerangaben erfüllt.
Von oben nach unten in Bahnen
Bearbeiten Sie jede Wandfläche von oben nach unten und führen Sie den Anstrich in zusammenhängenden Bahnen aus. Beginnen Sie nahe der oberen Kante und arbeiten Sie in überschaubaren Abschnitten abwärts. So können Sie herablaufende Farbe aufnehmen, bevor sie antrocknet oder Spuren auf bereits fertigen Bereichen hinterlässt.
Führen Sie die Bahnen nebeneinander und halten Sie die Anschlusskante zur zuletzt gestrichenen Bahn offen. Diese Nass-in-nass-Arbeitsweise hilft, sichtbare Übergänge zu vermeiden. Verteilen Sie die Farbe gleichmäßig und kontrollieren Sie die Fläche regelmäßig aus etwas Abstand: Unregelmäßigkeiten und ausgelassene Stellen fallen dann leichter auf, solange die Beschichtung noch bearbeitet werden kann.
Streichen Sie eine komplette Wand möglichst ohne längere Unterbrechung. Ein Arbeitsstopp mitten auf einer freien Fläche kann einen Ansatz hinterlassen, weil der bereits gestrichene Rand angetrocknet ist, bevor die Arbeit fortgesetzt wird. Muss der Auftrag dennoch unterbrochen werden, setzen Sie am besten an einer natürlichen Begrenzung wie einer Gebäudeecke oder einer Fuge ab. Dort ist ein Übergang weniger auffällig als mitten auf einer glatten Wand.
Behandeln Sie angrenzende Wandflächen nach demselben Ablauf und schließen Sie den Auftrag jeweils an einer klaren Kante ab. Der Sockel wird gesondert gestrichen: Im Spritzwasserbereich ist eine dafür vorgesehene Sockelfarbe oder Beschichtung erforderlich. Arbeiten Sie die Fläche dort als eigenen Abschnitt aus, statt die Wandfarbe ohne Unterbrechung bis zum Boden weiterzuführen.
Arbeiten in der Höhe und rechtliche Grenzen
Beim Fassadenanstrich gehören ein sicherer Zugang und die vorherige Klärung der Eigentumsverhältnisse zur Planung. Für längere Arbeiten an mehreren Wandflächen bietet ein Gerüst einen stabilen Arbeitsplatz mit Platz für Material und Werkzeug. Eine neue Fassadenfarbe kann außerdem gemeinschaftliche Eigentumsrechte, Mietvereinbarungen oder örtliche Vorgaben berühren. Welche Regeln gelten, hängt unter anderem von der Gemeinde, dem Gebäude und einer vorhandenen Wärmedämmung ab.
Gerüst statt Leiter
Wer eine ganze Außenwand streicht, arbeitet wiederholt über längere Zeit in der Höhe und muss Farbe, Roller und weiteres Werkzeug bewegen. Ein fachgerecht aufgebautes Gerüst bietet dafür eine breite, ebene Standfläche. Sie können die Wand in gleichmäßigen Bahnen bearbeiten, ohne auf einer schmalen Sprosse ständig die Position zu wechseln oder sich seitlich hinauszulehnen.
Auch der Zugang zu unterschiedlichen Arbeitshöhen lässt sich am Gerüst kontrollierter organisieren. Seitenschutz mit Geländer und Bordbrett schützt vor dem Absturz und hält Werkzeuge eher auf der Plattform. Achten Sie darauf, dass das Gerüst auf tragfähigem, möglichst ebenem Untergrund steht und für die vorgesehenen Arbeiten geeignet ist. Aufbau und Veränderungen gehören in die Hände fachkundiger Personen; vor der Nutzung muss der sichere Zustand geprüft sein.
Eine Leiter ist eher für kurze Arbeiten in geringer Höhe gedacht, etwa für einen einzelnen kleinen Ausbesserungspunkt, wenn ein sicherer Stand gewährleistet ist. Für wiederholtes Rollen über größere Flächen ist sie kein gleichwertiger Ersatz für eine Arbeitsplattform: Seitliches Strecken und häufiges Umsetzen erhöhen das Risiko, das Gleichgewicht zu verlieren. Stellen Sie die Leiter auf festen Boden, sichern Sie sie gegen Wegrutschen und halten Sie beim Auf- und Absteigen möglichst drei Kontaktpunkte. Müssen Sie sich beim Streichen hinauslehnen, wechseln Sie den Standort oder verwenden Sie ein Gerüst.
Genehmigung, Mietrecht und Gestaltungssatzung
Bevor Sie die Fassadenfarbe festlegen, sollten Sie klären, wem die Außenwand gehört und ob besondere örtliche Regeln gelten. Je nach Gebäude können mehrere Zustimmungen oder eine vorherige Nachfrage beim Bauamt nötig sein.
- In einer Wohnungseigentümergemeinschaft zählt die Fassade zum Gemeinschaftseigentum; eine sichtbare Farbänderung erfordert üblicherweise einen Beschluss der Eigentümer.
- Als Mieter dürfen Sie die Außenfassade normalerweise nicht eigenständig neu streichen; klären Sie geplante Änderungen vorab mit dem Vermieter.
- Bei einem denkmalgeschützten Gebäude kann die zuständige Denkmalschutzbehörde die Farbwahl oder das Vorgehen begrenzen; fragen Sie vor Beginn nach.
- Örtliche Gestaltungssatzungen können Farben, Farbbereiche oder die Gestaltung bestimmter Straßenzüge regeln; Inhalt und Geltungsbereich unterscheiden sich je nach Gemeinde.
- Bei einem Wärmedämmverbundsystem empfehlen Hersteller meist einen Hellbezugswert über etwa 20, damit sehr dunkle Töne die Oberfläche nicht zu stark thermisch belasten.
Die Vorgaben sind nicht überall gleich, und der Hellbezugswert ist bei einem Wärmedämmverbundsystem systemabhängig zu beurteilen. Für örtliche Anforderungen ist das Bauamt eine geeignete erste Anlaufstelle; bei Denkmalschutz wenden Sie sich zusätzlich an die zuständige Denkmalbehörde.
Häufige Fragen zur Fassade
Die passende Jahreszeit, eine mögliche Grundierung und die zu erwartende Haltbarkeit hängen jeweils von den konkreten Bedingungen am Gebäude ab.
Welche Jahreszeit ist am besten?
Frühling und Frühherbst eignen sich häufig, um eine Fassade zu streichen, wenn die Witterung trocken, mild und nicht zu heiß ist. Entscheidend ist nicht allein der Monat: Anhaltender Regen, starke Sonneneinstrahlung oder rasche Wetterwechsel können den Anstrich beeinträchtigen. Prüfen Sie vor Arbeitsbeginn die Vorhersage für die gesamte Verarbeitung und die vom Hersteller angegebene Trocknungszeit. Auch die Temperaturgrenzen des gewählten Produkts müssen während des Anstrichs und beim Trocknen eingehalten werden. Verschieben Sie die Arbeit, wenn die Bedingungen am Gebäude von diesen Vorgaben abweichen.
Muss ich die Fassade grundieren?
Ob eine Grundierung nötig ist, richtet sich nach dem Untergrund und dessen Zustand. Besonders saugfähiger Putz kann dem Anstrich zu schnell Wasser entziehen; kreidende Flächen bieten dem neuen Farbauftrag oft keinen ausreichenden Halt. In solchen Fällen ist meist ein zum Putz und zur Fassadenfarbe passender Primer erforderlich. Auf einem tragfähigen, gleichmäßig saugenden Untergrund kann eine zusätzliche Grundierung dagegen entbehrlich sein. Beachten Sie die Verarbeitungshinweise des Farbherstellers und stimmen Sie die Grundierung auf das konkrete Produkt ab, statt sie pauschal für jede Fassade einzuplanen.
Wie lange hält ein Fassadenanstrich?
Ein Fassadenanstrich hält je nach Farbtyp, Bewitterung und Zustand des Untergrunds unterschiedlich lange. Als grobe Orientierung wird häufig eine mehrjährige Haltbarkeit angenommen; eine feste Dauer lässt sich daraus für ein einzelnes Gebäude jedoch nicht ableiten. Stark bewitterte oder dauerhaft feuchte Bereiche können früher Veränderungen zeigen als geschützte Wandflächen. Auch ein ungeeigneter oder nicht tragfähiger Untergrund kann die Haltbarkeit verkürzen, selbst wenn die Farbe für Außenwände vorgesehen ist. Beurteilen Sie den Anstrich deshalb regelmäßig nach sichtbaren Veränderungen und verstehen Sie eine übliche Zeitspanne nicht als Garantie.